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Internationale Zusammenarbeit im NaturschutzInternational Cooperation in Nature Conservation

 

INTernational Experiences


in
Nature ConServation and Ecology

 


Internationale Zusammenarbeit im Naturschutz

 

In seinen Anfängen vor allem durch wissenschaftliches Interesse oder Heimatschutzgedanken einiger weniger Pioniere vorangetrieben, ist Naturschutz längst zu einem globalen und oftmals existentiellen Anliegen geworden. Der Erhalt von Wäldern, aber auch der von Mooren spielt eine bedeutende Rolle für den Klimaschutz (Download "The Global Peatland CO2 Picture.pdf" hier) . Insbesondere in Entwicklungsländern stellt die Degradation natürlicher Systeme eine Gefahr für die Lebensgrundlage vieler Menschen dar.

Ein Beispiel für die Wichtigkeit der internationalen Zusammenarbeit im Naturschutz liegt direkt vor den Toren Greifswalds: Die Ostsee.





 

Die Ostsee ist Lebensraum für eine Reihe von Salz-, Süss- und Brackwasserarten. Sie ist im Vergleich zu anderen Meeren eher artenarm. Eine ökologische Besonderheit ist die anzutreffende Reliktfauna aus Eiszeit und Nacheiszeit. An den Küsten finden sich Brut- und Überwinterungsplätze für eine hohe Anzahl an Seevögeln. Intensive Landnutzung, Überfischung, Schifffahrt und Zerstörung von Küstenbiotopen bedrohen Fauna und Flora des Ostseeraums seit Jahrzehnten. Da die Ostsee ein Binnenmeer ist, und damit Wasseraustausch nur erschwert möglich ist, wirkt sich Eutrophierung besonders stark aus. Seit den siebziger Jahren ist die Helsinki Kommission (Helcom) mit Mitgliedern aus allen Ostseeanrainerstaaten das wichtigste Forum für Umweltbelange dieses Binnenmeeres (http://www.helcom.fi). Seit der Überarbeitung der Helsinki Konvention von 1974 im Jahre 1992 gehören auch Stellungnahmen zum Naturschutz im engeren Sinne in den Aufgabenbereich der Helcom. Durch internationale Zusammenarbeit konnten bislang einige Erfolge verzeichnet werden, z.B. die Zunahme der Populationen des Seeadlers und der Kegelrobbe und die Verminderung der Zufuhr toxischer Substanzen wie PCB und DDT. Dennoch ist der Zustand der Ostsee noch immer als kritisch zu bewerten. U.a. ist ein Netzwerk an Schutzgebieten im Küstenbereich noch unzureichend ausgebaut. Die Zufuhr von Nährstoffen, insbesondere aus der Landwirtschaft, und Überfischung sind nach wie vor zentrale ökologische Probleme.

 

 

Deutschland ist an einer Reihe internationaler Abkommen zum Schutze der Natur beteiligt, als einige der wichtigsten seien hier die Convention of Biological Diversity (CBD), das Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES) und die Unesco Welterbekonvention genannt. Ein Schwerpunkt internationaler Kooperationen im Naturschutzbereich in Deutschland liegt in der Zusammenarbeit mit der Russischen Förderation. An der Implementierung der Welterbekonvention in der Russischen Föderation sind von deutscher Seite sowohl Ministerien als auch Naturschutzorganisationen und Universitäten beteiligt. Ein Beispiel ist die Erstellung eines Zonierungskonzeptes für das Weltnaturerbegebiet Baikalsee. Einen Überblick über aktuelle gemeinsame Aktivitäten verschafft u.a. das Russisch Deutsche Büro für Umweltinformation (http://www.rnei.de).

 

Das Berufsfeld eines Landschaftsökologen erfordert Kompetenzen auf sehr unterschiedlichen Ebenen. Neben den erforderlichen Fachkenntnissen werden Auslandserfahrung und Fremdsprachenkenntnisse heutzutage oftmals vorausgesetzt. Ebenso sollten Landschaftsökologen in einem Vorhaben Verständnis für Belange und Denkweisen verschiedener Interessensvertreter mitbringen. Insbesondere in strukturschwachen Gebieten ist es schwer, lokalen Bevölkerungsgruppen die Notwendigkeit des Biodiversitäts- oder Ressourcenschutzes nahezubringen, wenn ihre persönliche Existenz von der Nutzung jener natürlichen Ressourcen abhängt. Solche sozialen Kompetenzen können nicht allein durch ein theoretisches Studium erworben werden und erfordern frühzeitigen Bezug zur Praxis.