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Auenökosysteme ZentralasienRiparian Ecosystems of Central Asia

Anpassungsstrategien an Klimawandel und nachhaltige Landnutzung in Zentralasien
(Turkmenistan und Xinjiang, China)


Projektleitung:

Prof. Dr. Stefan Zerbe, Dr. Niels Thevs

Koordination:

Dr. Niels Thevs

Kooperationen:

Lehrstuhl für Landschaftsökonomie, Universität Greifswald
Xinjiang Universität, China
National Institute Desert, Flora, Fauna, Turkmenistan

Förderung:

Bauer-Hollmann Stiftung und Rudolf und Helene Glaser Stiftung im Deutschen Stiftungszentrum

Laufzeit:

01.01.2009 – 31.12.2011

Download Projektbeschreibungen (pdf)

Anpassung_Klimawandel_Zentralasien_Projektinfo.pdf
Deutsche Version
   510 K
Adaptation_Strategies_to_Climate_Change_Projectinformation.pdf
English Version
   162 K
Adaptation_Strategies_Uyghur.pdf
Uigurische Version
   356 K
Adaptation_Strategies_Russian.pdf
Russische Version
   440 K
Adaptation_Strategies_Chinese.pdf
Chinesische Version
   367 K



Projektbeschreibung

Zentralasien (Abb. 1) ist zu mehr als 50% von Wüsten bedeckt. Die restliche Fläche wird von Steppen und Gebirgen eingenommen. Landwirtschaft, Siedlungen sowie Biodiversität konzentrieren sich entlang der Flüsse. Die bedeutendsten Flüsse sind der Amu Darya und Syr Darya, die früher in den Aral-See mündeten, sowie der Tarim in Xinjiang, China.



Abb. 1: Karte von Zentralasien mit der Lage der Untersuchungsgebiete dieser Junior-Forschergruppe. A: Amu Darya Naturschutzgebiet, B: Xayar Tarim Shangyou Naturschutzgebiet, C: Tarim Huyanglin Naturschutzgebiet. Namen der wichtigsten Stauseen: 1: Tujamujun, 2: Shardara, 3: Kajrakum, 4: Toktogul, 5: Shangyou and Shengli, 6: Daxihaizi.

Alle Formen der Landnutzung sowie die natürlichen Ökosysteme in den Wüsten- und Steppen Zentralasiens beziehen Wasser direkt oder indirekt aus den Flüssen. Die natürlichen Ökosysteme, d.h. Auenwälder, Röhrichte und Buschvegetation, beziehen Wasser aus dem Grundwasser, welches aus den Flüssen gespeist wird. Die Landwirtschaftsflächen werden direkt mit Flusswasser bewässert. Hauptsächlich wird Baumwolle angebaut. Der Bewässerungslandbau hat bereits zu großflächigen Bodenversalzungen in der Region geführt, weil Pflanzen wie die Baumwolle das Wasser nur nahe der Bodenoberfläche aufnehmen können. Unter ungestörter natürlicher Vegetation kommt zu selten zu Bodenversalzung, weil die Wasseraufnahme in die Pflanze weit entfernt von der Bodenoberfläche im Grundwasser stattfindet.

Die Flüsse Zentralasiens entspringen in den Hochgebirgen der Region, d.h. dem Pamir, dem Hindukusch bzw. dem Tianshan. Dort werden sie aus Schmelzwasser und Sommerniederschlägen gespeist. Die Flüsse führen daher im Sommer Hochwasser, während sie im Frühjahr wenig Wasser führen. Die natürliche Vegetation ist optimal an diese Wasserverteilung angepasst, weil sie das Grundwasser nutzt, welches jeweils während der Hochwässer aufgefüllt und dann im Grundwasserleiter gespeichert wird, bis die Vegetation es braucht. Baumwolle hingegen hat dem höchsten Bewässerungsbedarf im Frühjahr und Frühsommer, also wenn die Flüsse wenig Wasser führen.

Auf Grund des Klimawandels schmelzen Teile der Gletscher in den Hochgebirgen ab. Zudem verringern sich die Schneefälle im Winter. Daher werden die Abflüsse in naher Zukunft abnehmen. Die Folge ist eine zunehmende Konkurrenz um Wasser zwischen den anthropogenen und natürlichen Ökosystemen.

Vor dem Hintergrund des Klimawandels und der abnehmenden Wasserführung der Flüsse in Zentralasien drängt sich die Frage auf, welche Leistungen die Formen der Landnutzung, d.h. Baumwollanbau und Viehhaltung, bzw. die natürlichen Ökosysteme im Gegenzug für ihren Wasserverbrauch liefern (Abb. 2). Der Begriff Leistungen umfasst ökonomische Leistungen so wie Ökosystemleistungen. Die wichtigsten Ökosystem­leistungen sind CO<sub>2</sub>-Bindung und Verhinderung weiterer Desertifikation.



Abb. 2: Schema der Wasserverteilung für die Landnutzungsformen und natürlichen Ökosystme (Auenwald, Schilf- u.a. Röhrichte sowie Bewässerungslandbau) entlang der Flüsse Zentralasiens.

 

Vor dem Hintergrund des Klimawandels und abnehmenden Wasserdargebots der Flsse in Zentralasien werden von dieser Junior-Forschergruppe die folgenden Ziele verfolgt:

  • Differenzierte Untersuchung des Wasserverbrauchs und der Leistungen wichtiger anthropogener und natürlicher Ökosysteme in Zentralasien

  • Untersuchung lokal-regionaler Pflanzenarten hinsichtlich ihres Potenzials einer nachhaltigen Nutzung.

Unter den lokalen und an die Umweltbedingungen in Zentralasien gut angepassten Arten haben Schilf sowie Lop Kendir ein hohes Nutzungspotential und sollten Teile einer Anpassungsstrategie an den Klimawandel werden. Schilf wird als Rohstoff in der Papier- und Bauindustrie eingesetzt. Lop Kendir wird bereits als Medizinalpflanze eingesetzt. Derzeit beginnt eine Nutzung als Faserpflanze.

Die Untersuchungsgebiete sind die Mittellaufregionen des Amu Darya in Turkmenistan sowie des Tarim in Xinjiang, China. Projektpartner sind das National Institute of Desert, Flora, and Fauna, Turkmenistan, sowie die Xinjiang Universität, China. Die Ergebnisse des Projektes werden den lokalen Entscheidungsträgern als Basis für eine effiziente Wasserverteilung im Bezug auf Landnutzung zur Verfügung gestellt.

Die Juniorforschergruppe „Anpassungsstrategien an Klimawandel und nachhaltige Landnutzung in Zentralasien (Turkmenistan und Xinjiang, China)“ hat eine Laufzeit von drei Jahren (Januar 2009 bis Dezember 2011) und wird mit einem Gesamtbudget von EUR 338.520,- durch die Bauer-Hollmann Stiftung sowie die Rudolf und Helene Glaser Stiftung im Deutschen Stiftungszentrum gefördert.